Jacques Deladoey: Yvorne l’Ovaille Grand Cru 2015

Domaine de l'Ovaille Yvorne

Bei unserer diesjährigen Frühlingsdegustation mit Weinexperte Peter Keller stand die Traubensorte Chasselas im Zentrum. Dabei bewerteten wir sechs Schweizer Weissweine nach verschiedenen Kriterien. Keine einfache Aufgabe, ist doch Chasselas eine zwar sehr bekannte Traubensorte, die aber ganz unterschiedlich interpretiert werden kann. Unser Gewinnerwein ist ein Klassiker: Der Yvorne L’Ovaille Grand Cru von Jacques Deladoey. Dieser Premier Cru hat es sogar auf einige renommierte, internationale Weinkarten geschafft. Viel Informationen zum Weingut findet man nicht (auch nicht auf der Webseite) – denn die Winzerfamilie bewirtschaftet gerade einmal fünf Hektar, davon sind drei Hektar in der Toplage «L’Ovaille». Die Etikette gibt einen Hinweis auf die Entstehung des Namens: Am 4. März 1584 wurde das Dorf Yvorne (Bezirk Aigle, Kanton Waadt) von einem Erdbeben erschüttert. Ein gewaltiger Gesteinsrutsch begrub das Dorf unter sich. An diesem Ort entstand der Rebberg «L’Ovaille», abgeleitet vom altfranzösischen Wort «orvaille», was Unglück, Katastrophe oder Verwüstung bedeutet. Die Beschaffenheit des Bodens trägt einen entscheidenden Teil zur Stilistik des Weins bei. Chasselas ist eine alte Traubensorte, die nur in Frankreich und der Schweiz so genannt wird – in den übrigen Ländern kennt man sie unter dem Namen Gutedel. Über ihre Ursprünge wird gerätselt. Man vermutet, dass sie aus Ägypten kommen könnte, wo sie seit 5000 Jahren in der Oase Fayyum bei Luxor angebaut wird. In der Schweiz kennt man die Traubensorte auch unter dem Namen Fendant. Diese geschützte Bezeichnung darf jedoch ausschliesslich für Weine aus dem Wallis verwendet werden.

Auge: Helles Goldgelb, leicht grünliche Reflexe

Nase: Zitrusaromen wie Grapefruit und Limette, gemischt mit leicht exotischen Noten nach Ananas und untermalt von mineralischen Akzenten

Gaumen: weich, elegant und frisch-spritzig, baut auf einer herben Zitrusnote auf, Abgang ist mittellang. Schöne Balance zwischen Frucht und Säure, leichte Honignoten.

Fazit: Das spannende Urteil von Peter Keller zu unserem Degustationssieger lässt sich hier nachlesen.

Trinkreife: jetzt bis 2020

Kredenzen zu…
…einem Themenabend mit Schweizer Weinen
…einem Dinner mit Gästen aus dem Ausland
…einem Käse- oder Aufschnittplättli mit Sicht auf Schweizer Berge

Preis: Jahrgang 2016 für CHF 28.50 bei Baur au Lac Weine

Bewertung nach Weingeniesser-Bewertungsskala:

100er Skala: 88 / 100
Preis/Leistungsskala: 14.5 / 20 (*kann man, muss man aber nicht*)

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