Delas: Crozes-Hermitage «Les Launes» 2016

Die Geschichte des Weinguts Delas Frères geht auf das Jahr 1835 zurück, als Charles Audibert und Philippe Delas ein Weingeschäft in Tournon-sur-Rhône kauften, welches sie «Audibert et Delas» nannten. 1924 übernahmen Henri und Florentin Delas die Geschäfte – man nannte sich fortan «Delas Frères». Neben ihren Handelstätigkeiten kauften sie Rebflächen in Châteauneuf-du-Pape. 1977 wurde die Firma vom Champagnerhaus Deutz übernommen, 1993 an Roederer verkauft. Delas bewirtschaftet eigene Rebberge (32 Hektar), kauft für ihre Produktion von rund 2 Mio. Flaschen aber auch Trauben aus der Gegend dazu. Produziert werden fast ausschliesslich klassische Rotweine aus dem Rhône-Tal.

Traubensorte:  100% Syrah

Auge: violettes Kirschrot mit Wasserrand und dunklem Kern

Nase: dunkle Kirschen, Brombeeren, malzige Süsse, schwarze Schokolade, Cappuccino- bzw. Kaffee-Aromen, krautige Noten, Zwetschgen

Gaumen: leicht verbrannte Erdbeer-Noten, dunkle Beeren, Zwetschgen, Kompott aus dunklen Beeren, kühle Aromen, langer Abgang

Fazit: Passt auch in ein grosses Glas! Der Les Launes beeindruckt durch eine schöne Balance zwischen Frucht und Säure – und ist gleichzeitig trinkfreudig.

Kredenzen zu…
…Gerichten mit hellem Fleisch, durchaus gut gewürzt
…Fregola Sarda-Kreationen
…vegetarischen Gerichten mit Rauchnote
…Fischgerichten mit Wintergemüse

Trinkreife: bis 2022

Preis: 16.90 CHF bei Flaschenpost

Bewertung nach Weingeniesser-Bewertungsskala:

100er Skala: 89 / 100
Preis/Leistungsskala: 16.5 / 20 *da kommt Freude auf*

Weedenborn: Sauvignon blanc Terra Rossa 2017

Weedenborn Sauvignon Blanc 2017

Bei unserer traditionellen Blinddegustationsrunde mit Weinakademiker, Buchautor und NZZ am Sonntag-Redaktor Peter Keller stand die Traubensorte Sauvignon blanc im Fokus. Unter sechs verschiedenen Bewerbern aus fünf Ländern, alle im Stahltank oder im grossen Holzfass ausgebaut, zeigte sich der Variantenreichtum dieser Traubensorte in ganzer Breite. Das Rennen machte, knapp vor dem sehr gut bewerteten Zweiten, der Sauvignon blanc Terra Rossa vom Weingut Weedenborn. Peter Keller bewertet den Sieger hier in seinem Beitrag auf NZZ Bellevue.

Gesine Roll, die Winzerin in Weedenborn (hier portraitiert von Peter Keller bei NZZ Bellevue), baut auf der Hälfte ihrer Rebfläche Sauvignon blanc an (die andere Hälfte ist ebenfalls für Weisswein reserviert – für Chardonnay, Weissburgunder und Riesling). Sie hat das Weingut vor 10 Jahren von ihren Eltern übernommen. In den Reifeprozess des Traubenguts greift sie so wenig wie möglich ein, ohne explizit auf rein biodynamischen Anbau zu setzen. Weedenborn liegt im deutschen Rheinhessen, im Ort Monzernheim. Dabei bezeichnet «Weede» den zentralen Ort im Dorf, wo sich die Bewohner zum Austausch treffen – und wo das Weingut von Gesine Roll liegt.

Traubensorte:  100% Sauvignon blanc

Auge: leicht trübes Mittelgelb

Nase: klassische Noten nach Grapefruit, Stachelbeeren und Cassis, leichte Säure, etwas Lösungsmittel / Aceton

Gaumen: frisch und leicht, ausgeprägte, mineralische, angenehme Säure, crèmiger Eindruck, leichte Kohlensäure, zitrusbetont

Fazit: Ein sortentypischer Sauvignon blanc, der nichts für laute Gemüter ist. Zurückhaltend und elegant, ist er die richtige Wahl für Liebhaber von puristisch gekelterten Weinen.

Kredenzen zu…
…einem leichten Fischgericht
…asiatischen Kreationen
…Weinkenner-Gesprächen auf der Sonnenterrasse

Trinkreife: bis 2022

Preis: 23.- CHF bei Pinot & friends

Bewertung nach Weingeniesser-Bewertungsskala:

100er Skala: 90 / 100
Preis/Leistungsskala: 16.0 / 20 *da kommt Freude auf*

Weedenborn Sauvignon Blanc 2017 Rückseite

Luddite Wines: Saboteur White 2017

Saboteur front label

Luddite Wines ist das gemeinsame Projekt von Niels und Penny Verburg. Nachdem sie beide das Elsenburg Agricultural College in Südafrika besucht hatten, arbeiteten sie auf Weingütern in der ganzen Welt. 1995 kamen sie in ihre Heimat zurück und pflanzten 1996 die ersten Reben am Hang der Houw Hoek Mountains, in der Nähe des Dorfes Bot River, östlich von Stellenbosch. Dort produzieren sie auf nur sechs Hektar anfangs nur Shiraz und keltern ihren ersten Wein im Jahr 2000. Sie setzen dabei auf eine möglichst natürliche Produktionsweise. Wir haben den Saboteur White probiert, den Luddite seit 2015 herstellen – ihr erster Jahrgang war innert drei Tagen ausverkauft. Von dieser Cuvée kommen rund 17’000 Flaschen in den Handel. Was uns neugierig gemacht hat, war der ungewöhnliche Verschluss: der Saboteur kommt mit einem metallenen Kronkorken daher, wie man ihn normalerweise nur von Bier kennt. Eins können wir schon vorwegnehmen – es muss nicht immer Kork sein!

Traubensorten:  77% Chenin Blanc, 14% Viognier, 9% Blanc Fume

Auge: kräftiges Goldgelb

Nase: Grapefruit, Pfirsich, Feuerstein, Veilchenaroma und etwas Farn, vollmundig und kräftig

Gaumen: erst dominieren die mineralischen Noten, unmittelbar gefolgt von reifen Fruchtaromen. Eine Explosion von gelben Früchten in der Nase, mit leicht exotischen Varianten und einem schönen Süsse-Säure-Spiel. Im Abgang wird er getragen von einer spielerischen, mineralischen Säure.

Fazit: Tolle Sache! Ein wahrlich liebevoll gemachter, sehr schöner Wein, der zum Apéro wie auch als Speisebegleiter punktet. Obwohl er mit dem Kronkorken etwas exotisch wirkt – allenfalls für Mitteleuropäer vermutlich sogar billig daherkommt – ist der Inhalt umso erstaunlicher. Man sollte sich deshalb vom sehr coolen Äusseren des Saboteur nicht täuschen lassen. Eine Entdeckung, die speziell beim Preis-/Leistungsverhältnis seinesgleichen sucht.

Kredenzen zu…
…einem Apéro im Sommer wie im Winter
…Sushi oder Sashimi
…Austern oder einem Muschelgericht

Trinkreife: 2019 bis 2026

Preis: 22.- CHF bei Baur au lac vins

Bewertung nach Weingeniesser-Bewertungsskala:

100er Skala: 92 / 100
Preis/Leistungsskala: 17.5 / 20 *buy, muss man getrunken haben*

Saboteur, detail of front label

Venus la Universal: Dido «la Universal» 2017

Den «kleineren Bruder» dieses Rotweins, den Dido blanc, haben wir 2015 bereits einmal vorgestellt – und auch das Önologen-Paar Sara Pérez und René Barbier, die hinter diesen Kreationen stecken. Sie arbeiten auf diesem Weingut komplett biodynamisch und probieren alte wie neue Methoden zur Vinifikation aus – auch jedes Jahr andere, wenn es das Traubengut verlangt. Die Gegend im spanischen Falset wird oft auch als «Priorat für Arme» bezeichnet, da beide Regionen ganz ähnliche Klimabedingungen aufweisen: Kalte Nächte, heisse Tage, die Böden in Steillagen schiefer- und granithaltig. Die beiden Weinprofis verstehen es, aus den vorherrschenden Bedingungen das Beste herauszuholen, was der Dido «la Universal» aufs Beste zeigt.

Traubensorten: Cabernet Sauvignon, Merlot, Garnacha

Auge: helles Rot mit kirschrotem Kern

Nase: sehr fruchtig, rote Peperoni, Cassis, rote Beeren, etwas Leder und eine leichte kräutrige Würze, die an Thymian erinnert

Gaumen: seidig und elegant, vordergründig Aromen von Himbeeren, Cassis und Erdbeeren. Eine frische Säure begleitet die fruchtigen Noten in einen mittellangen Abgang mit einem leichten Kräuter-Finish. Sehr schöne, weiche Tannine mit einem harmonischen Gesamteindruck.

Fazit: Ein sehr schöner Wein, der etwas Luft benötigt, um sich voll zu entfalten. Wirkt sehr weich und rund, aber hat trotzdem einen eigenwilligen Charakter, der Lust auf mehr macht. Gutes Preis-/Leistungsverhältnis: viel (Bio-)wein für wenig Geld – und dazu noch sehr gut kombinierbar.

Kredenzen zu…
….einem Glas vor dem Cheminée zu jeder Jahreszeit
….Fleisch vom Grill
….Pastagerichten
….Antipasti

Trinkreife: 2019 bis 2024

Preis: 23.50 CHF bei www.smithandsmith.ch

Bewertung nach Weingeniesser-Bewertungsskala:

100er Skala: 90 / 100
Preis/Leistungsskala: 16 / 20 *Da kommt Freude auf*

François Chidaine: Les Argiles 2015

Der «Les Argiles» hat in einer Blinddegustation, die wir gemeinsam mit Weinakademiker und NZZ-Redaktor Peter Keller durchgeführt haben, den ersten Platz gemacht. Unter sechs verschiedenen Chenin Blanc aus Frankreich und Südafrika schwang er obenauf. Die Degustation zeigte die grosse Bandbreite dieser Traubensorte – von anspruchsvollen, intensiven Varianten wie bei Nicolas Joly bis hin zu gefälligen, einfachen Apéro-Weinen wie bei der Kleinen Zalze. Das Weingut von François Chidaine, unserem Gewinnerwein, liegt direkt an der Loire in Westfrankreich, nahe der Ortschaft Tours. Er setzt auf biodynamischen Anbau und folgt dabei dem Zyklus der Natur. Diese Philosopie spiegelt sich auch in der Gestaltung seiner Etiketten, die einen Kreis mit Sonne und Mond zeigen. Die Trauben aus 40-jährigen Reben für diesen Chenin Blanc werden nach dem Pressen und der alkoholischen Gärung in grossen Holzfässern für rund 11 Monate gelagert und reifen auf der Hefe.

Das Resultat unserer Blinddegustation hat Peter Keller in diesem NZZ Bellevue Artikel zum Nachlesen zusammengefasst: https://bellevue.nzz.ch/kochen-geniessen/chenin-blanc-eine-voellig-unterschaetzte-rebsorte-fuer-weisswein-ld.1484064

Traubensorte: 100% Chenin Blanc

Auge: helles Gelb

Nase: crèmige, exotische Noten, farnig-grasige Aromen, Zitrusnoten und Pfirsiche, Hölzer

Gaumen: zitronig-crèmiger Eindruck mit salzigem Abgang, leichte Säure, Zestenaromen, feine Holzaromatik, mittellanger Abgang

Fazit: Ein spannender, sehr typischer Chenin Blanc, der nicht zu anstrengend und deshalb auch publikumstauglich ist. Für grosse Gefühle bei dieser Traubensorte lohnt es sich allerdings, etwas mehr zu investieren.

Kredenzen zu…
….grilliertem Fisch und Meeresfrüchten
….einem Salat mit frischem Ziegenkäse
….einem vegetarischen Gericht oder leichten Poulet-Kreationen

Trinkreife: 2019 bis 2022

Preis: für Jahrgang 2017 CHF 29.80 bei Baur au lac vins, bei unserem Besuch in der Filiale war der Jahrgang 2015 noch erhältlich

Bewertung nach Weingeniesser-Bewertungsskala

100er Skala: 88 / 100
Preis- / Leistungsskala: 15 / 20 *Kann man, muss man aber nicht*

Van Loggerenberg: Geronimo 2017

Lukas van Loggerenbergs Weinetiketten und Weinbezeichnungen erzählen immer eine persönliche Geschichte. «Geronimo» steht für den Mut, in unbekannte Gewässer zu springen – zum Beispiel, wenn man seinen sicheren Job für die Berufung als Weinproduzent in Südafrika an den Nagel hängt. Für diesen Cinsault kommt das Traubengut zu 60 Prozent aus Stellenbosch, zu 40 Prozent aus Paarl. Van Loggerenberg wird seit seinem Debut-Jahrgang 2016 gerne als aufgehender Stern am Winzerhimmel von Südafrika bezeichnet. Er produziert seine Weine auf dem Grundstück der Neil Ellis Weinfarm und besitzt selbst keine Reben.

Traubensorte: 100% Cinsault

Farbe: helles Rot mit feinem Wasserrand

Nase: Himbeeren, Erdbeeren, etwas Marmelade von beiden und eine leichte Kräuterwürze

Gaumen: der Cinsault fliesst weich auf die Zunge, die rotbeerigen Noten verteilen sich gleichmässig im Gaumen. Eine leicht würzige Kräuternote stellt sich auch hier ein. Eine frische Säure begleitet die gleichbleibenden Aromen in einen verhaltenen, kurzen Abgang.

Fazit: Nichts Anstrengendes. Ein solid produzierter, geradliniger Rotwein, leicht und süffig. Dafür gäbe es allerdings auch Kandidaten mit einem besseren Preis-/Leistungsverhältnis. Wir sind gespannt auf die Nachfolgejahrgänge dieses hochgelobten Weins. Gute Alternativen sind Weine von Duncan Savage oder The Sadie Family.

Kredenzen zu…
….einem Glas vor dem Cheminée zu jeder Jahreszeit
….einer Aufschnittplatte
….einem leichten Gericht mit hellem Fleisch
….Antipasti

Trinkreife: 2019 bis 2022

Preis: CHF 32.- bei Kapweine: https://shop.kapweine.ch/van-loggerenberg-cinsaut-geronimo-2017

Bewertung nach Weingeniesser-Bewertungsskala

100er Skala: 87 / 100
Preis- / Leistungsskala: 14.0 / 20 *Kann man, muss man aber nicht*

Nittnaus: Heideboden Pinot blanc 2016

Das Weingut von Anita und Hans Nittnaus liegt in Gols, einer Gemeinde im Burgenland, östlich des Neusiedler Sees und grenznah zur Slowakei und Ungarn ganz im Osten von Österreich. Das Dorf hat gemäss Wikipedia 3’835 Einwohner. Die Familie Nittnaus produziert hier seit 1684 Weine. 1985 übernahmen Anita und Hans den elterlichen Betrieb. Sie stellten den Anbau von 70% Weissweinen und 30% Rotweinen auf 90% rote und 10% weisse Rebsorten um und erweiterten von 10 auf 25 Hektar Anbaufläche. Seit 2013 produzieren sie zudem ausschliesslich biologisch oder biodynamisch. Ihr bekanntester Wein ist der Comondor, eine Cuvée aus Merlot, Blaufränkisch und Zweigelt. Wir haben ihren Pinot Blanc bzw. Weissburgunder probiert. Die handgelesenen Trauben für diesen Wein stammen aus biodynamisch bewirtschafteten Lagen am Nordufer des Neusiedler Sees.

Traubensorte: 100% Pinot blanc

Auge: helles Goldgelb

Nase: sofort ein Anflug von pilzigen Noten bzw. deutliche Champignons-Aromatik, dahinter gelbfruchtige Noten, etwas Pfirsich und frische mineralische Noten.

Gaumen: der Pinot blanc verteilt sich vollmundig am Gaumen, fast crèmig und trotzdem leicht. Er wird getragen von einer feinen Säure. Er präsentiert sich sehr ausgewogen mit grasigen, pilzigen und fruchtigen Noten, einer saftigen Zitrusfrische und mineralischen Noten, auch am Gaumen. Ein immer noch sehr frischer, knackiger Wein mit einem mittellangen Abgang.

Fazit: Nicht allzu anstrengend, aber vielseitig einsetzbar – dieser Wein macht Laune. Der Pinot blanc ist allgemeintauglich und hat unserer Meinung nach ein exzellentes Preis-/Leistungs-Verhältnis. Absolut Hipster-tauglich dank biodynamischem An- und Ausbau! Einige Flaschen im Keller – für welchen Anlass auch immer – können hier nicht schaden.

Kredenzen zu…
….einem Apéro zu jeder Jahreszeit
….Sushi oder Sashimi
….Fisch oder hellem Fleisch
….Antipasti
oder einfach mal als gutes Glas Wein zum Feierabend

Trinkreife: 2018 bis 2021

Preis: CHF 17.- bei Smith & Smith Weine (aktuell der Jahrgang 2017)

Bewertung nach Weingeniesser-Bewertungsskala:
100er Skala: 89 / 100
Preis/Leistungsskala: 16 / 20 *Da kommt Freude auf*


 

 

Salwey: Grauburgunder Henkenberg 2015

«Der Kaiserstuhl ist die Region mit der höchsten Sonnenscheindauer in Deutschland und zählt zu den wärmsten Orten des Landes.» – und ist deshalb ein ideales Weinbaugebiet. Das Gut Salwey baut nach dem Motto «Immer trocken. Immer Burgunder.» in dritter Familiengeneration Grau-, Weiss- und Spätburgunder an. Besonderen Wert legt man hier nicht nur auf naturnahen Anbau, sondern auch auf den Grauburgunder, der als Flaggschiff von Salwey gilt. Wir haben den Henkenberg Grauburgunder 2015 probiert, der zu den grossen Gewächsen zählt.

Traubensorte: 100% Grauburgunder

Auge: helles, leicht trübes Goldgelb

Nase: gelbe Steinfrüchte, Aceton, leichte Pilznoten, Stroh und Heuaromatik, Farn

Gaumen: elegant, vordergründig mineralisch, schöne, volle Säure, leicht adstringierend, frisch und knackig à la Sauvignon, im Gaumen crèmiger Abgang, schöne gelbfruchtige Aromen, leichte Grapefruit-Noten

Fazit: kein Wein zum Wegtrinken und Vergessen – die erste Wahl für den intellektuellen Weinliebhaber. Etwas Luft und ein grosses Glas tun ihm gut.

Kredenzen zu…
…Pastagerichten mit frischem Trüffel
…leichten Poulet-Kreationen
…Salat mit Milken

Trinkreife: bis 2030

Preis: CHF 34 bei Peter Kuhn Weine

Bewertung nach Weingeniesser-Bewertungsskala:
100er Skala: 92 / 100
Preis- / Leistungsskala: 16.5 / 20 *Da kommt Freude auf* 

Birgit Wiederstein: Rhea 2016

In einer Blinddegustation mit Weinakademiker und Buchautor Peter Keller haben wir sechs reinsortige Zweigelt gegeneinander antreten lassen. Die Kandidaten aus Österreich und der Schweiz (!) zeigten, wie unterschiedlich diese Traubensorte ausgebaut werden kann. Dabei hat einer der Weine klar die Nase vorn. Mit seiner eleganten, fruchtigen Art hat uns der bzw. die Rhea von Birgit Wiederstein überzeugt. Die Winzerin setzt auf natürlichen Weinbau und produziert im österreichischen Carnuntum 60% Rot- und 40% Weissweine. Für ihren Zweigelt verwendet Wiederstein Trauben von 52-jährigen Rebstöcken, die sie von Hand erntet, mit den Füssen verstampft und im offenen Gärbottich spontan vergären lässt. Danach kommt der Wein für 10 Monate in gebrauchte Doppelbarriques.

Mehr zu Winzerin und Wein erklärt Peter Keller in seinem Beitrag zum «Wein der Woche» der NZZ:
https://bellevue.nzz.ch/kochen-geniessen/erstklassiger-zweigelt-wein-aus-oesterreich-rotwein-rhea-ld.1467269

Traubensorte: 100% Zweigelt

Auge: dunkles Rot mit violettem Rand

Nase: leichte Kirschnoten, leicht muffige Noten nach Keller, Rauch und orientalischen Hölzern, Sirup, Süssholz, Pflaumenaromen.

Gaumen: schwarze Beeren, kräftige Fruchtnoten, sehr feine Tannine, sanft eingebundenes Holz, schönes Frucht-Säure-Spiel welches den mittellangen Abgang begleitet.

Fazit: Wer eine Fruchtbombe mit viel Kraft erwartet, ist hier falsch. Birgit Wiederstein arbeitet nah an der Traubensorte und gibt dem Zweigelt einen eleganten, filigranen Charakter. Luft tut dem Wein gut und eröffnet sein ganzes Potenzial. Ein Wein für Geniesser und Liebhaber der leisen Töne!

Kredenzen zu:
…wie die Winzerin es sagen würde: «eat what you want and drink what you like»…
…leichten Fleisch- und Fischgerichten
…einem Zvieri-Plättli mit Trockenfleisch
…einem guten Buch

Trinkreife: bis 2022

Preis: CHF 20 bei Selection Widmer (www.selection-widmer.ch)

Bewertung nach Weingeniesser-Bewertungsskala:
100er Skala: 89 / 100
Preis- / Leistungsskala: 16 / 20 *Da kommt Freude auf* 

Kleine Zalze: Chenin Blanc Barrel Fermented 2016

Das sehr gepflegte und überraschend weitläufige Areal des Weinguts Kleine Zalze in Stellenbosch, Südafrika, ist einen Besuch wert. Nicht nur wegen seines ausgezeichneten Restaurants Terroir mit Blick in den hauseigenen Garten. Beim Weintasting unter freiem Himmel erlebt man die Grosszügigkeit der südafrikanischen Gastfreundschaft und erfährt einiges zur Philosophie des Weinguts. Die Produktionsmenge ist ähnlich beeindruckend wie die Fahrt durch das weitläufige Gelände mit Wohnungen, einem Golfplatz und einer Lodge: 960’000 Flaschen jährlich. Wir haben den Chenin Blanc Barrel Fermented der Vineyard Selection probiert, für den die Trauben aus ausgewählten Lagen höherer Qualität stammen. Empfehlen können wir aber auch die weissen Varietäten der Family Reserve.

Traubensorte: 100% Chenin blanc

Auge: helles Gelb

Nase: ausgeprägte Noten nach Bergamotte und gelben Steinfrüchten, mineralische Aromen, typischer Geruch von Steinen nach einem sommerlichen Regenguss, Honignoten, Zitrusaromen

Gaumen: angenehm crèmiger Eindruck, gelbe Steinfrüchte, Cassis und Physalis, leichte Ananas- und Mangonoten. Eine leichte Säure trägt in den mittellangen Abgang. Dieser ist im Eindruck sehr crèmig und langlebig. Generell im Gaumen ein zur Nase recht unterschiedlicher Eindruck.

Fazit: Ferienfeeling zum fairen Preis. Ausprobieren!

Kredenzen zu:
…leichten, zurückhaltend gewürzten Spargelgerichten
…zu einem sommerlichen Apéro (oder einem winterlichen Apéro, wenn Sommer-Gefühle erwünscht sind)
…einem Salat mit Fisch, gebratenen Pilzen oder Milken
…allerlei Grillgerichten im Sommer

Trinkreife: bis 2020

Preis: CHF 16.50 für Jahrgang 2017 bei Kapweine

Bewertung nach Weingeniesser-Bewertungsskala:
100er Skala: 89 / 100
Preis- / Leistungsskala: 16 / 20 *Da kommt Freude auf*