François Chidaine: Les Argiles 2015

Der «Les Argiles» hat in einer Blinddegustation, die wir gemeinsam mit Weinakademiker und NZZ-Redaktor Peter Keller durchgeführt haben, den ersten Platz gemacht. Unter sechs verschiedenen Chenin Blanc aus Frankreich und Südafrika schwang er obenauf. Die Degustation zeigte die grosse Bandbreite dieser Traubensorte – von anspruchsvollen, intensiven Varianten wie bei Nicolas Joly bis hin zu gefälligen, einfachen Apéro-Weinen wie bei der Kleinen Zalze. Das Weingut von François Chidaine, unserem Gewinnerwein, liegt direkt an der Loire in Westfrankreich, nahe der Ortschaft Tours. Er setzt auf biodynamischen Anbau und folgt dabei dem Zyklus der Natur. Diese Philosopie spiegelt sich auch in der Gestaltung seiner Etiketten, die einen Kreis mit Sonne und Mond zeigen. Die Trauben aus 40-jährigen Reben für diesen Chenin Blanc werden nach dem Pressen und der alkoholischen Gärung in grossen Holzfässern für rund 11 Monate gelagert und reifen auf der Hefe.

Das Resultat unserer Blinddegustation hat Peter Keller in diesem NZZ Bellevue Artikel zum Nachlesen zusammengefasst: https://bellevue.nzz.ch/kochen-geniessen/chenin-blanc-eine-voellig-unterschaetzte-rebsorte-fuer-weisswein-ld.1484064

Traubensorte: 100% Chenin Blanc

Auge: helles Gelb

Nase: crèmige, exotische Noten, farnig-grasige Aromen, Zitrusnoten und Pfirsiche, Hölzer

Gaumen: zitronig-crèmiger Eindruck mit salzigem Abgang, leichte Säure, Zestenaromen, feine Holzaromatik, mittellanger Abgang

Fazit: Ein spannender, sehr typischer Chenin Blanc, der nicht zu anstrengend und deshalb auch publikumstauglich ist. Für grosse Gefühle bei dieser Traubensorte lohnt es sich allerdings, etwas mehr zu investieren.

Kredenzen zu…
….grilliertem Fisch und Meeresfrüchten
….einem Salat mit frischem Ziegenkäse
….einem vegetarischen Gericht oder leichten Poulet-Kreationen

Trinkreife: 2019 bis 2022

Preis: für Jahrgang 2017 CHF 29.80 bei Baur au lac vins, bei unserem Besuch in der Filiale war der Jahrgang 2015 noch erhältlich

Bewertung nach Weingeniesser-Bewertungsskala

100er Skala: 88 / 100
Preis- / Leistungsskala: 15 / 20 *Kann man, muss man aber nicht*

Van Loggerenberg: Geronimo 2017

Lukas van Loggerenbergs Weinetiketten und Weinbezeichnungen erzählen immer eine persönliche Geschichte. «Geronimo» steht für den Mut, in unbekannte Gewässer zu springen – zum Beispiel, wenn man seinen sicheren Job für die Berufung als Weinproduzent in Südafrika an den Nagel hängt. Für diesen Cinsault kommt das Traubengut zu 60 Prozent aus Stellenbosch, zu 40 Prozent aus Paarl. Van Loggerenberg wird seit seinem Debut-Jahrgang 2016 gerne als aufgehender Stern am Winzerhimmel von Südafrika bezeichnet. Er produziert seine Weine auf dem Grundstück der Neil Ellis Weinfarm und besitzt selbst keine Reben.

Traubensorte: 100% Cinsault

Farbe: helles Rot mit feinem Wasserrand

Nase: Himbeeren, Erdbeeren, etwas Marmelade von beiden und eine leichte Kräuterwürze

Gaumen: der Cinsault fliesst weich auf die Zunge, die rotbeerigen Noten verteilen sich gleichmässig im Gaumen. Eine leicht würzige Kräuternote stellt sich auch hier ein. Eine frische Säure begleitet die gleichbleibenden Aromen in einen verhaltenen, kurzen Abgang.

Fazit: Nichts Anstrengendes. Ein solid produzierter, geradliniger Rotwein, leicht und süffig. Dafür gäbe es allerdings auch Kandidaten mit einem besseren Preis-/Leistungsverhältnis. Wir sind gespannt auf die Nachfolgejahrgänge dieses hochgelobten Weins. Gute Alternativen sind Weine von Duncan Savage oder The Sadie Family.

Kredenzen zu…
….einem Glas vor dem Cheminée zu jeder Jahreszeit
….einer Aufschnittplatte
….einem leichten Gericht mit hellem Fleisch
….Antipasti

Trinkreife: 2019 bis 2022

Preis: CHF 32.- bei Kapweine: https://shop.kapweine.ch/van-loggerenberg-cinsaut-geronimo-2017

Bewertung nach Weingeniesser-Bewertungsskala

100er Skala: 87 / 100
Preis- / Leistungsskala: 14.0 / 20 *Kann man, muss man aber nicht*

Nittnaus: Heideboden Pinot blanc 2016

Das Weingut von Anita und Hans Nittnaus liegt in Gols, einer Gemeinde im Burgenland, östlich des Neusiedler Sees und grenznah zur Slowakei und Ungarn ganz im Osten von Österreich. Das Dorf hat gemäss Wikipedia 3’835 Einwohner. Die Familie Nittnaus produziert hier seit 1684 Weine. 1985 übernahmen Anita und Hans den elterlichen Betrieb. Sie stellten den Anbau von 70% Weissweinen und 30% Rotweinen auf 90% rote und 10% weisse Rebsorten um und erweiterten von 10 auf 25 Hektar Anbaufläche. Seit 2013 produzieren sie zudem ausschliesslich biologisch oder biodynamisch. Ihr bekanntester Wein ist der Comondor, eine Cuvée aus Merlot, Blaufränkisch und Zweigelt. Wir haben ihren Pinot Blanc bzw. Weissburgunder probiert. Die handgelesenen Trauben für diesen Wein stammen aus biodynamisch bewirtschafteten Lagen am Nordufer des Neusiedler Sees.

Traubensorte: 100% Pinot blanc

Auge: helles Goldgelb

Nase: sofort ein Anflug von pilzigen Noten bzw. deutliche Champignons-Aromatik, dahinter gelbfruchtige Noten, etwas Pfirsich und frische mineralische Noten.

Gaumen: der Pinot blanc verteilt sich vollmundig am Gaumen, fast crèmig und trotzdem leicht. Er wird getragen von einer feinen Säure. Er präsentiert sich sehr ausgewogen mit grasigen, pilzigen und fruchtigen Noten, einer saftigen Zitrusfrische und mineralischen Noten, auch am Gaumen. Ein immer noch sehr frischer, knackiger Wein mit einem mittellangen Abgang.

Fazit: Nicht allzu anstrengend, aber vielseitig einsetzbar – dieser Wein macht Laune. Der Pinot blanc ist allgemeintauglich und hat unserer Meinung nach ein exzellentes Preis-/Leistungs-Verhältnis. Absolut Hipster-tauglich dank biodynamischem An- und Ausbau! Einige Flaschen im Keller – für welchen Anlass auch immer – können hier nicht schaden.

Kredenzen zu…
….einem Apéro zu jeder Jahreszeit
….Sushi oder Sashimi
….Fisch oder hellem Fleisch
….Antipasti
oder einfach mal als gutes Glas Wein zum Feierabend

Trinkreife: 2018 bis 2021

Preis: CHF 17.- bei Smith & Smith Weine (aktuell der Jahrgang 2017)

Bewertung nach Weingeniesser-Bewertungsskala:
100er Skala: 89 / 100
Preis/Leistungsskala: 16 / 20 *Da kommt Freude auf*


 

 

Salwey: Grauburgunder Henkenberg 2015

«Der Kaiserstuhl ist die Region mit der höchsten Sonnenscheindauer in Deutschland und zählt zu den wärmsten Orten des Landes.» – und ist deshalb ein ideales Weinbaugebiet. Das Gut Salwey baut nach dem Motto «Immer trocken. Immer Burgunder.» in dritter Familiengeneration Grau-, Weiss- und Spätburgunder an. Besonderen Wert legt man hier nicht nur auf naturnahen Anbau, sondern auch auf den Grauburgunder, der als Flaggschiff von Salwey gilt. Wir haben den Henkenberg Grauburgunder 2015 probiert, der zu den grossen Gewächsen zählt.

Traubensorte: 100% Grauburgunder

Auge: helles, leicht trübes Goldgelb

Nase: gelbe Steinfrüchte, Aceton, leichte Pilznoten, Stroh und Heuaromatik, Farn

Gaumen: elegant, vordergründig mineralisch, schöne, volle Säure, leicht adstringierend, frisch und knackig à la Sauvignon, im Gaumen crèmiger Abgang, schöne gelbfruchtige Aromen, leichte Grapefruit-Noten

Fazit: kein Wein zum Wegtrinken und Vergessen – die erste Wahl für den intellektuellen Weinliebhaber. Etwas Luft und ein grosses Glas tun ihm gut.

Kredenzen zu…
…Pastagerichten mit frischem Trüffel
…leichten Poulet-Kreationen
…Salat mit Milken

Trinkreife: bis 2030

Preis: CHF 34 bei Peter Kuhn Weine

Bewertung nach Weingeniesser-Bewertungsskala:
100er Skala: 92 / 100
Preis- / Leistungsskala: 16.5 / 20 *Da kommt Freude auf* 

Birgit Wiederstein: Rhea 2016

In einer Blinddegustation mit Weinakademiker und Buchautor Peter Keller haben wir sechs reinsortige Zweigelt gegeneinander antreten lassen. Die Kandidaten aus Österreich und der Schweiz (!) zeigten, wie unterschiedlich diese Traubensorte ausgebaut werden kann. Dabei hat einer der Weine klar die Nase vorn. Mit seiner eleganten, fruchtigen Art hat uns der bzw. die Rhea von Birgit Wiederstein überzeugt. Die Winzerin setzt auf natürlichen Weinbau und produziert im österreichischen Carnuntum 60% Rot- und 40% Weissweine. Für ihren Zweigelt verwendet Wiederstein Trauben von 52-jährigen Rebstöcken, die sie von Hand erntet, mit den Füssen verstampft und im offenen Gärbottich spontan vergären lässt. Danach kommt der Wein für 10 Monate in gebrauchte Doppelbarriques.

Mehr zu Winzerin und Wein erklärt Peter Keller in seinem Beitrag zum «Wein der Woche» der NZZ:
https://bellevue.nzz.ch/kochen-geniessen/erstklassiger-zweigelt-wein-aus-oesterreich-rotwein-rhea-ld.1467269

Traubensorte: 100% Zweigelt

Auge: dunkles Rot mit violettem Rand

Nase: leichte Kirschnoten, leicht muffige Noten nach Keller, Rauch und orientalischen Hölzern, Sirup, Süssholz, Pflaumenaromen.

Gaumen: schwarze Beeren, kräftige Fruchtnoten, sehr feine Tannine, sanft eingebundenes Holz, schönes Frucht-Säure-Spiel welches den mittellangen Abgang begleitet.

Fazit: Wer eine Fruchtbombe mit viel Kraft erwartet, ist hier falsch. Birgit Wiederstein arbeitet nah an der Traubensorte und gibt dem Zweigelt einen eleganten, filigranen Charakter. Luft tut dem Wein gut und eröffnet sein ganzes Potenzial. Ein Wein für Geniesser und Liebhaber der leisen Töne!

Kredenzen zu:
…wie die Winzerin es sagen würde: «eat what you want and drink what you like»…
…leichten Fleisch- und Fischgerichten
…einem Zvieri-Plättli mit Trockenfleisch
…einem guten Buch

Trinkreife: bis 2022

Preis: CHF 20 bei Selection Widmer (www.selection-widmer.ch)

Bewertung nach Weingeniesser-Bewertungsskala:
100er Skala: 89 / 100
Preis- / Leistungsskala: 16 / 20 *Da kommt Freude auf* 

Kleine Zalze: Chenin Blanc Barrel Fermented 2016

Das sehr gepflegte und überraschend weitläufige Areal des Weinguts Kleine Zalze in Stellenbosch, Südafrika, ist einen Besuch wert. Nicht nur wegen seines ausgezeichneten Restaurants Terroir mit Blick in den hauseigenen Garten. Beim Weintasting unter freiem Himmel erlebt man die Grosszügigkeit der südafrikanischen Gastfreundschaft und erfährt einiges zur Philosophie des Weinguts. Die Produktionsmenge ist ähnlich beeindruckend wie die Fahrt durch das weitläufige Gelände mit Wohnungen, einem Golfplatz und einer Lodge: 960’000 Flaschen jährlich. Wir haben den Chenin Blanc Barrel Fermented der Vineyard Selection probiert, für den die Trauben aus ausgewählten Lagen höherer Qualität stammen. Empfehlen können wir aber auch die weissen Varietäten der Family Reserve.

Traubensorte: 100% Chenin blanc

Auge: helles Gelb

Nase: ausgeprägte Noten nach Bergamotte und gelben Steinfrüchten, mineralische Aromen, typischer Geruch von Steinen nach einem sommerlichen Regenguss, Honignoten, Zitrusaromen

Gaumen: angenehm crèmiger Eindruck, gelbe Steinfrüchte, Cassis und Physalis, leichte Ananas- und Mangonoten. Eine leichte Säure trägt in den mittellangen Abgang. Dieser ist im Eindruck sehr crèmig und langlebig. Generell im Gaumen ein zur Nase recht unterschiedlicher Eindruck.

Fazit: Ferienfeeling zum fairen Preis. Ausprobieren!

Kredenzen zu:
…leichten, zurückhaltend gewürzten Spargelgerichten
…zu einem sommerlichen Apéro (oder einem winterlichen Apéro, wenn Sommer-Gefühle erwünscht sind)
…einem Salat mit Fisch, gebratenen Pilzen oder Milken
…allerlei Grillgerichten im Sommer

Trinkreife: bis 2020

Preis: CHF 16.50 für Jahrgang 2017 bei Kapweine

Bewertung nach Weingeniesser-Bewertungsskala:
100er Skala: 89 / 100
Preis- / Leistungsskala: 16 / 20 *Da kommt Freude auf*

Chapel Hill: McLaren Vale Cabernet Sauvignon 2011

Wo heute das Weingut Chapel Hill steht, war von 1865 bis 1965 eine Methodisten-Kapelle zu finden. Diesen Umstand sieht man heute noch in der Etiketten- bzw. Logo-Gestaltung: sie zeigen das Kirchenfenster, welches bei der Renovation und Umgestaltung zu einem Weingut aus einer Kapelle aus Adelaide eingesetzt wurde. Seit dem Jahr 2000 gehört das Weingut der Familie Schmidheiny, seit 2004 amtet Michael Fragos als Chef-Önologe. Seinen McLaren Vale Cabernet Sauvignon lässt er 21 Monate in französischen und amerikanischen Eichenfässern reifen. Beim Anbau legt man Wert auf naturnahe Methoden, verzichtet auf synthetische Insektizide und hat ein eigenes Wasserreservoir zur Bewässerung erschlossen.

Traubensorte: 100% Cabernet Sauvignon

Auge: fast Schwarz, tiefes Dunkelrot

Nase: reife, dunkelbeerige Noten, vor allem nach Brombeeren und schwarzen Kirschen, Konfitüre, schöne Lakritze-Noten, begleitet von einem leichten Vanilleduft und leich krautigen Noten

Gaumen: kompott- und marmeladenartige Aromen von schwarzen Kirschen im Vordergrund, Peperoni-Anleihen, eine leichte Süsse, die getragen wird vom Alkohol, leichte Süssholznoten, mittellanger Abgang

Fazit: Ein Wein, der Freude macht – nicht nur im Gaumen, sondern auch mit seinem fairen Preis- / Leistungsverhältnis. Auch wenn der Abgang (noch) nicht zu 100 Prozent trägt, gefällt uns der Chapel Hill Cabernet mit seiner angenehmen, nicht überladenen Aromatik.

Kredenzen zu…
…kreativen Pasta-Gerichten, Ragu
…Grilladen oder Schmorgerichten
…einem Käseteller zum Dessert oder grilliertem Halloumi

Trinkreife: bis 2027

Preis: CHF 23.-, online bei schmidheiny.ch oder bei Höcklistein im Laden in Rapperswil-Jona

Bewertung nach Weingeniesser-Bewertungsskala:
100er Skala: 89 / 100
Preis- / Leistungsskala: 16 / 20 *Da kommt Freude auf*

Savage Wines: Savage White 2016

Duncan Savage ist ein «urban winemaker» aus Südafrika. In seiner Karriere setzte der Surfer und Familienvater schon früh auf die wichtigste Grundzutat eines erfolgreichen Weinproduzenten: Beziehungen. Dank diesen schaffte er es auch – nachdem er zuvor abgelehnt worden war – direkt nach seinem Studium des Weinbaus 2004 als Önologe bei Cape Point Vineyards einzusteigen. 2016 verwirklichte er mit 38 Jahren sein Lebensziel: Er produziert unter seinem Namen eigene Weine, seit einem Jahr in einer urbanen Kellerei mitten in Kapstadt. Das Traubengut bezieht er von 17 verschiedenen Winzern, die er alle persönlich kennt und besucht (er fährt pro Jahr über 70’000 Kilometer). So ungewöhnlich wie seine Produktionsweise sind auch seine Weine. Sowohl für Savage Wines wie auch für Cape Point Vineyards hat er schon zahlreiche Auszeichnungen erhalten. Wir haben einen seiner Weissweine, den «Savage White», probiert:

Traubensorten: Sauvignon blanc, Sémillon, Chenin blanc

Auge: kräftiges Goldgelb

Nase: typische Sauvignon-Aromen nach Cassis und Stachelbeeren. Bekommt er mehr Luft, kommen florale Noten, gemischt mit Aprikosen dazu.

Gaumen: kräftige Noten von Grapefruit, Aprikosen, Stachelbeeren und etwas Süssholz. Wirkt trotz einer wunderbar frischen Säure fast crèmig und weich. Vielschichtige Aromen begleiten in einen langen Abgang. Der Savage White mag Luft: je länger er atmen kann, desto besser verbinden sich die Fruchtaromen mit dem Holz. Wirkt generell sehr elegant und kompakt.

Fazit: Ein sehr eigenständiger, geradliniger Wein, der sicherlich polarisiert. Er passt zu einem herausfordernden Apéro genau so wie zu Fisch oder hellem Fleisch. Uns überzeugt er durch Dichte und beeindruckende Länge im Abgang. In punkto Lagerfähigkeit hat er sicher noch einiges an Potenzial, auch wenn er jetzt schon Spass macht.

Kredenzen zu…
…Apéro mit guten Freunden
…Meeresfrüchten
…Gerichten mit Fisch oder hellem Fleisch

Trinkreife: 2018 bis 2026

Preis: Jahrgang 2017 für CHF 32.- bei Kapweine

Bewertung nach Weingeniesser-Bewertungsskala:
100er Skala: 92 / 100
Preis- / Leistungsskala: 16.5 / 20 *Da kommt Freude auf*

Anselmo Mendes: Muros Antigos 2017

Anselmo Mendes gilt als einer der besten Weisswein-Produzenten Portugals. Wir haben einen der landestypischen «Vinho Verde» von ihm probiert, den Muros Antigos (Produktionsmenge: 60’000 Flaschen pro Jahr). Der «grüne Wein» wird ausschliesslich im Nordwesten Portugals, im Minho-Gebiet, produziert und kann als Rotwein, Weisswein oder Rosé daherkommen. Exportiert werden meist nur die Weissweine – als leichte, alhokohlarme, frische, leicht kohlensäurehaltige Sommerweine, meist zu günstigen Preisen. Mendes begann 1998 mit der Verarbeitung von Alvarinho Trauben und gilt seither als Mr. Alvarinho von Portugal. In dieser Cuvée gibt der Alvarinho die Struktur und den Körper, der Loureiro die Aromen und der Avesso bringt Säure und Mineralität.

Traubensorten: 20% Alvarinho, 40% Loureiro und 40% Avesso

Auge: helles Goldgelb

Nase: grüne Äpfel, Zitrone, mineralische Noten, gelbe Früchte, getrocknete Aprikosen

Gaumen: frische, zitronige Aromen, Grapefruit-Zesten, Gräser und Granny Smith-Äpfel, schöne Säure

Fazit: ein unkomplizierter, ausgewogener Apéro-Wein mit einem super Preis- / Leistungsverhältnis. Einer der besten Vinho Verde, die wir probiert haben. Weckt nebenbei noch Erinnerungen an den Sommer.

Trinkreife: jetzt bis 2020

Kredenzen zu:
…Apéros in grosser Runde
…Verlobungs- und Hochzeitsfeiern
…als Auftakt zu Fondue und Raclette
…zur Aufheiterung an grauen Wintertagen

Preis: CHF 12.80, erhältlich bei Mövenpick Weine

Bewertung nach Weingeniesser-Bewertungsskala:

100er Skala: 90 / 100
Preis/Leistungsskala: 18 / 20 (*buy, muss man getrunken haben*)

Ferghettina: Franciacorta Extra Brut 2012

Wir haben an dieser Stelle im Frühling unseren ersten Franciacorta und dessen Produktionsweise vorgestellt (den Tenuta Montenisa von Marchese Antinori). Da es im Dezember immer viele Gründe für Schaumwein gibt, haben wir dem Thema Franciacorta eine neue Edition unserer Blinddegustationsrunde mit NZZ am Sonntag-Weinexperte Peter Keller gewidmet. Der Sieger ist der Franciacorta Extra Brut vom Weingut Ferghettina in der Provinz Adro, in Norditalien zwischen Gardasee und Bergamo gelegen. Hier werden rund 350’000 Flaschen Wein und Schaumwein pro Jahr produziert, darunter 8’000 Flaschen des Extra Brut. Die Trauben dafür werden von Hand geerntet. Hergestellt wird der Schaumwein nach der klassischen Champagner-Methode und reift in der zweiten Gärung 72 Monate in der Flasche. Das Weingut führt Laura Gatti in zweiter Generation. Ferghettina zählt neben Branchengrössen wie Ca’ del Bosco eher zu den kleineren Gütern – und hat trotzdem den ersten Platz in unserer Degustationsrunde mit insgesamt sechs Franciacortas abgeräumt.

Traubensorten: 80% Chardonnay, 20% Pinot noir

Auge: helles Goldgelb

Nase: Litschi- und Beerennoten, Mandeln, frische Säure, leichte Champagner-Anleihen, Farnaromen

Gaumen: angenehm wolkige, feine Perlage, schöne Champagner-Stilistik, Zitrusaromen, mineralische Noten, knackige Säure, mittellanger Abgang

Fazit: «Es muss nicht immer Champagner sein.» (Peter Keller) – aber trotzdem hat bei unserer Blinddegustation jener Franciacorta gewonnen, der uns am meisten an das faszinierende Getränk aus der Champagne erinnert hat. Der Ferghettina überzeugt unauffällig und elegant, mit einer gelungenen Harmonie von Frucht und Säure.

Trinkreife: jetzt bis 2021

Kredenzen zu…
…einem Festtags-Brunch mit Freunden und Familie
…Austern oder Lachs
…leichten Apéro-Häppchen und Small talk
…als Auftakt zu anstrengenderen Gewächsen

Preis: CHF 45.-, erhältlich bei Vini Sacripanti, Wettingen

Bewertung nach Weingeniesser-Bewertungsskala:

100er Skala: 91 / 100
Preis/Leistungsskala: 16 / 20 (*da kommt Freude auf*)