Kleine Zalze: Chenin Blanc Barrel Fermented 2016

Das sehr gepflegte und überraschend weitläufige Areal des Weinguts Kleine Zalze in Stellenbosch, Südafrika, ist einen Besuch wert. Nicht nur wegen seines ausgezeichneten Restaurants Terroir mit Blick in den hauseigenen Garten. Beim Weintasting unter freiem Himmel erlebt man die Grosszügigkeit der südafrikanischen Gastfreundschaft und erfährt einiges zur Philosophie des Weinguts. Die Produktionsmenge ist ähnlich beeindruckend wie die Fahrt durch das weitläufige Gelände mit Wohnungen, einem Golfplatz und einer Lodge: 960’000 Flaschen jährlich. Wir haben den Chenin Blanc Barrel Fermented der Vineyard Selection probiert, für den die Trauben aus ausgewählten Lagen höherer Qualität stammen. Empfehlen können wir aber auch die weissen Varietäten der Family Reserve.

Traubensorte: 100% Chenin blanc

Auge: helles Gelb

Nase: ausgeprägte Noten nach Bergamotte und gelben Steinfrüchten, mineralische Aromen, typischer Geruch von Steinen nach einem sommerlichen Regenguss, Honignoten, Zitrusaromen

Gaumen: angenehm crèmiger Eindruck, gelbe Steinfrüchte, Cassis und Physalis, leichte Ananas- und Mangonoten. Eine leichte Säure trägt in den mittellangen Abgang. Dieser ist im Eindruck sehr crèmig und langlebig. Generell im Gaumen ein zur Nase recht unterschiedlicher Eindruck.

Fazit: Ferienfeeling zum fairen Preis. Ausprobieren!

Kredenzen zu:
…leichten, zurückhaltend gewürzten Spargelgerichten
…zu einem sommerlichen Apéro (oder einem winterlichen Apéro, wenn Sommer-Gefühle erwünscht sind)
…einem Salat mit Fisch, gebratenen Pilzen oder Milken
…allerlei Grillgerichten im Sommer

Trinkreife: bis 2020

Preis: CHF 16.50 für Jahrgang 2017 bei Kapweine

Bewertung nach Weingeniesser-Bewertungsskala:
100er Skala: 89 / 100
Preis- / Leistungsskala: 16 / 20 *Da kommt Freude auf*

Chapel Hill: McLaren Vale Cabernet Sauvignon 2011

Wo heute das Weingut Chapel Hill steht, war von 1865 bis 1965 eine Methodisten-Kapelle zu finden. Diesen Umstand sieht man heute noch in der Etiketten- bzw. Logo-Gestaltung: sie zeigen das Kirchenfenster, welches bei der Renovation und Umgestaltung zu einem Weingut aus einer Kapelle aus Adelaide eingesetzt wurde. Seit dem Jahr 2000 gehört das Weingut der Familie Schmidheiny, seit 2004 amtet Michael Fragos als Chef-Önologe. Seinen McLaren Vale Cabernet Sauvignon lässt er 21 Monate in französischen und amerikanischen Eichenfässern reifen. Beim Anbau legt man Wert auf naturnahe Methoden, verzichtet auf synthetische Insektizide und hat ein eigenes Wasserreservoir zur Bewässerung erschlossen.

Traubensorte: 100% Cabernet Sauvignon

Auge: fast Schwarz, tiefes Dunkelrot

Nase: reife, dunkelbeerige Noten, vor allem nach Brombeeren und schwarzen Kirschen, Konfitüre, schöne Lakritze-Noten, begleitet von einem leichten Vanilleduft und leich krautigen Noten

Gaumen: kompott- und marmeladenartige Aromen von schwarzen Kirschen im Vordergrund, Peperoni-Anleihen, eine leichte Süsse, die getragen wird vom Alkohol, leichte Süssholznoten, mittellanger Abgang

Fazit: Ein Wein, der Freude macht – nicht nur im Gaumen, sondern auch mit seinem fairen Preis- / Leistungsverhältnis. Auch wenn der Abgang (noch) nicht zu 100 Prozent trägt, gefällt uns der Chapel Hill Cabernet mit seiner angenehmen, nicht überladenen Aromatik.

Kredenzen zu…
…kreativen Pasta-Gerichten, Ragu
…Grilladen oder Schmorgerichten
…einem Käseteller zum Dessert oder grilliertem Halloumi

Trinkreife: bis 2027

Preis: CHF 23.-, online bei schmidheiny.ch oder bei Höcklistein im Laden in Rapperswil-Jona

Bewertung nach Weingeniesser-Bewertungsskala:
100er Skala: 89 / 100
Preis- / Leistungsskala: 16 / 20 *Da kommt Freude auf*

Savage Wines: Savage White 2016

Duncan Savage ist ein «urban winemaker» aus Südafrika. In seiner Karriere setzte der Surfer und Familienvater schon früh auf die wichtigste Grundzutat eines erfolgreichen Weinproduzenten: Beziehungen. Dank diesen schaffte er es auch – nachdem er zuvor abgelehnt worden war – direkt nach seinem Studium des Weinbaus 2004 als Önologe bei Cape Point Vineyards einzusteigen. 2016 verwirklichte er mit 38 Jahren sein Lebensziel: Er produziert unter seinem Namen eigene Weine, seit einem Jahr in einer urbanen Kellerei mitten in Kapstadt. Das Traubengut bezieht er von 17 verschiedenen Winzern, die er alle persönlich kennt und besucht (er fährt pro Jahr über 70’000 Kilometer). So ungewöhnlich wie seine Produktionsweise sind auch seine Weine. Sowohl für Savage Wines wie auch für Cape Point Vineyards hat er schon zahlreiche Auszeichnungen erhalten. Wir haben einen seiner Weissweine, den «Savage White», probiert:

Traubensorten: Sauvignon blanc, Sémillon, Chenin blanc

Auge: kräftiges Goldgelb

Nase: typische Sauvignon-Aromen nach Cassis und Stachelbeeren. Bekommt er mehr Luft, kommen florale Noten, gemischt mit Aprikosen dazu.

Gaumen: kräftige Noten von Grapefruit, Aprikosen, Stachelbeeren und etwas Süssholz. Wirkt trotz einer wunderbar frischen Säure fast crèmig und weich. Vielschichtige Aromen begleiten in einen langen Abgang. Der Savage White mag Luft: je länger er atmen kann, desto besser verbinden sich die Fruchtaromen mit dem Holz. Wirkt generell sehr elegant und kompakt.

Fazit: Ein sehr eigenständiger, geradliniger Wein, der sicherlich polarisiert. Er passt zu einem herausfordernden Apéro genau so wie zu Fisch oder hellem Fleisch. Uns überzeugt er durch Dichte und beeindruckende Länge im Abgang. In punkto Lagerfähigkeit hat er sicher noch einiges an Potenzial, auch wenn er jetzt schon Spass macht.

Kredenzen zu…
…Apéro mit guten Freunden
…Meeresfrüchten
…Gerichten mit Fisch oder hellem Fleisch

Trinkreife: 2018 bis 2026

Preis: Jahrgang 2017 für CHF 32.- bei Kapweine

Bewertung nach Weingeniesser-Bewertungsskala:
100er Skala: 92 / 100
Preis- / Leistungsskala: 16.5 / 20 *Da kommt Freude auf*

Anselmo Mendes: Muros Antigos 2017

Anselmo Mendes gilt als einer der besten Weisswein-Produzenten Portugals. Wir haben einen der landestypischen «Vinho Verde» von ihm probiert, den Muros Antigos (Produktionsmenge: 60’000 Flaschen pro Jahr). Der «grüne Wein» wird ausschliesslich im Nordwesten Portugals, im Minho-Gebiet, produziert und kann als Rotwein, Weisswein oder Rosé daherkommen. Exportiert werden meist nur die Weissweine – als leichte, alhokohlarme, frische, leicht kohlensäurehaltige Sommerweine, meist zu günstigen Preisen. Mendes begann 1998 mit der Verarbeitung von Alvarinho Trauben und gilt seither als Mr. Alvarinho von Portugal. In dieser Cuvée gibt der Alvarinho die Struktur und den Körper, der Loureiro die Aromen und der Avesso bringt Säure und Mineralität.

Traubensorten: 20% Alvarinho, 40% Loureiro und 40% Avesso

Auge: helles Goldgelb

Nase: grüne Äpfel, Zitrone, mineralische Noten, gelbe Früchte, getrocknete Aprikosen

Gaumen: frische, zitronige Aromen, Grapefruit-Zesten, Gräser und Granny Smith-Äpfel, schöne Säure

Fazit: ein unkomplizierter, ausgewogener Apéro-Wein mit einem super Preis- / Leistungsverhältnis. Einer der besten Vinho Verde, die wir probiert haben. Weckt nebenbei noch Erinnerungen an den Sommer.

Trinkreife: jetzt bis 2020

Kredenzen zu:
…Apéros in grosser Runde
…Verlobungs- und Hochzeitsfeiern
…als Auftakt zu Fondue und Raclette
…zur Aufheiterung an grauen Wintertagen

Preis: CHF 12.80, erhältlich bei Mövenpick Weine

Bewertung nach Weingeniesser-Bewertungsskala:

100er Skala: 90 / 100
Preis/Leistungsskala: 18 / 20 (*buy, muss man getrunken haben*)

Ferghettina: Franciacorta Extra Brut 2012

Wir haben an dieser Stelle im Frühling unseren ersten Franciacorta und dessen Produktionsweise vorgestellt (den Tenuta Montenisa von Marchese Antinori). Da es im Dezember immer viele Gründe für Schaumwein gibt, haben wir dem Thema Franciacorta eine neue Edition unserer Blinddegustationsrunde mit NZZ am Sonntag-Weinexperte Peter Keller gewidmet. Der Sieger ist der Franciacorta Extra Brut vom Weingut Ferghettina in der Provinz Adro, in Norditalien zwischen Gardasee und Bergamo gelegen. Hier werden rund 350’000 Flaschen Wein und Schaumwein pro Jahr produziert, darunter 8’000 Flaschen des Extra Brut. Die Trauben dafür werden von Hand geerntet. Hergestellt wird der Schaumwein nach der klassischen Champagner-Methode und reift in der zweiten Gärung 72 Monate in der Flasche. Das Weingut führt Laura Gatti in zweiter Generation. Ferghettina zählt neben Branchengrössen wie Ca’ del Bosco eher zu den kleineren Gütern – und hat trotzdem den ersten Platz in unserer Degustationsrunde mit insgesamt sechs Franciacortas abgeräumt.

Traubensorten: 80% Chardonnay, 20% Pinot noir

Auge: helles Goldgelb

Nase: Litschi- und Beerennoten, Mandeln, frische Säure, leichte Champagner-Anleihen, Farnaromen

Gaumen: angenehm wolkige, feine Perlage, schöne Champagner-Stilistik, Zitrusaromen, mineralische Noten, knackige Säure, mittellanger Abgang

Fazit: «Es muss nicht immer Champagner sein.» (Peter Keller) – aber trotzdem hat bei unserer Blinddegustation jener Franciacorta gewonnen, der uns am meisten an das faszinierende Getränk aus der Champagne erinnert hat. Der Ferghettina überzeugt unauffällig und elegant, mit einer gelungenen Harmonie von Frucht und Säure.

Trinkreife: jetzt bis 2021

Kredenzen zu…
…einem Festtags-Brunch mit Freunden und Familie
…Austern oder Lachs
…leichten Apéro-Häppchen und Small talk
…als Auftakt zu anstrengenderen Gewächsen

Preis: CHF 45.-, erhältlich bei Vini Sacripanti, Wettingen

Bewertung nach Weingeniesser-Bewertungsskala:

100er Skala: 91 / 100
Preis/Leistungsskala: 16 / 20 (*da kommt Freude auf*)

Ampelaia: Empatia 2012

Emozione, maremma, purezza, amicizia, terroir, idea, ampelaia – soviel verraten uns die Macher des Empatia auf ihrem Etikett. Sind das die Kriterien, die hinter der Power in dieser Flasche stecken? Freundschaft können wir schonmal zuordnen: Das Weingut Ampelaia haben wir an dieser Stelle schon mehrfach vorgestellt, als Projekt von Freunden rund um Elisabetta Foradori. Dieser reine Merlot stammt von alten Weinreben aus einer Einzellage (damit hätten wir auch «purezza» und «terroir» gelöst). Sie reifen 20 Monate in Eichen-Barriques und zwei Jahre in der Flasche. Das Weingut Ampelaia, ursprünglich in Schweizer Besitz, hat seit 2016 die Demeter-Zertifizierung und produziert ausschliesslich biodynamisch. «Emozione» löst der Empatia auf jeden Fall aus – wir sind begeistert von seiner ausserordentlichen, geradlinigen Kraft und Eleganz.

Traubensorte: 100% Merlot

Auge: Kirschrot mit hellem Rand

Nase: typische Leder- und Stall-Aromen mit Röstnoten gemischt, mit etwas mehr Luft kommen dunkle Beeren, Zwetschgen und Lakritze mit etwas Süssholz dazu.

Gaumen: vielschichtig und trotzdem extrem weich und rund, treffen vorweg die sortentypischen Leder- und Stallaromen elegant auf erdige Noten. Danach füllen pilzige Aromen mit schwarzen Johannisbeeren, schwarzen Himbeeren und Pflaumen den Gaumen. Langer, ausgewogener und von ganz samtigen Tanninen getragener Abgang. Ein monumentaler Wein, der einem lange in Erinnerung bleibt.

Fazit: Bei einer Blinddegustation würde man wohl am ehesten die linke Seite im Bordeaux mit den Premier Grand Cru Gütern geistig absuchen. Ein Wein, der seinesgleichen sucht und dementsprechend aufwendig in der Beschaffung. Möglichkeit 1: Man ist mit befreundet mit den Besitzern des Weinguts bzw. im Club «Amici di Ampelaia» und bezieht direkt ab Hof. Möglichkeit 2: In der Schweiz führt den Empatia nur das Restaurant «Der Sonnenberg» in Zürich. Es lohnt sich, Freunde dazu einzuladen – den Wein gibt es nur als Magnum.

Kredenzen zu…
….einer Käseplatte
….Fleischgerichten jeglicher Art
….Trüffel- und Wildgerichten
….einem Steinpilzrisotto

Trinkreife: 2019 bis 2028

Preis: ***Winelovers deluxe*** – ausserhalb der Bewertungskala aufgrund seines Preises. Wenn er das nicht wäre, dann ein klarer Fall für: «unbedingt in den Keller legen – muss man getrunken haben!»

Eva Fricke: Lorcher Krone 2015

Wir hatten vor nicht allzu langer Zeit die Ehre, Eva Fricke persönlich kennenzulernen. Ursprünglich wollte sie Bierbrauerin werden, hat sich dann aber für das Studium des Weinbaus in Geisenheim entschieden. Sie ist selbst die beste Botschafterin für den Stil ihrer Weine: klar, modern, ehrlich und geradlinig. Seit 12 Jahren als selbständige Winzerin in Eltville (im Rheingau) tätig, hat sie in ihrer kurzen Karriere bereits zahlreiche Preise eingeheimst. Begonnen hat sie mit einem 1’000 Quadratmeter Weinberg in Lorch, der rund 600 Flaschen hergab (die sich übrigens alle der Einkaufsschef im Hotel Adlon sicherte. Mehr zu dieser Geschichte in diesem kurzweiligen Artikel der FAZ). Unterdessen produziert sie rund 65’000 Flaschen, Fokus dabei liegt klar auf der Traubensorte Riesling und auf natürlichem Anbau und Produktion. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, möglichst naturbelassene Weine zu produzieren, und gilt als «Öko-Winzerin». Für diesen Riesling einer ihrer Top-Lagen, der Lorcher Krone, hat Eva Fricke 94 Parker-Punkte erhalten.

Traubensorte: Riesling

Auge: klares Mittelgelb

Nase: mineralische Schiefer-Noten, gelbe Steinfrüchte, leichte Säure, krautige Aromen

Gaumen: schön eingebundenes Säure-Frucht-Spiel, frisch, angenehm adstringierend, vollmundig fruchtig, angenehme Länge, sehr sortentypische Aromen von Apfel, Birnen und Quitten.

Fazit: Riesling, wie er sein sollte – klassisch, geradlinig, vollmundig und klar. Wir sind gespannt, wie sich die Lorcher Krone entwickelt. Lagerpotenzial ist auf jeden Fall vorhanden!

Kredenzen zu:
….Austern, Hummern oder einer Meeresfrüchte-Platte
….Fisch oder hellem Fleisch
….einem Apéro unter Freunden
….anregenden Diskussionen mit Weinliebhabern, z.B. über unfiltrierte Weine

Trinkreife: jetzt bis 2025

Preis: CHF 39.50 bei Coop Mondovino

Bewertung nach Weingeniesser-Bewertungsskala:
100er Skala: 92/100
Preis/Leistungsskala: 16/20 *Da kommt Freude auf*

 

Gagliole: Il Bianco 2017

Das Weingut Gagliole liegt in Castellina in Chianti, nördlich von Siena. Die Geschichte von Gagliole lässt sich bis zu 994 n. Chr. zurückverfolgen – als der Sohn des Langobarden Königs Berengario nämlich das Weingut seiner Frau als Hochzeitgeschenk zum Lehen vermacht hat. Seit 1990 gehört das Weingut den Schweizern Monika und Thomas Bär. Zehn Hektar ihrer Reben liegen in Castellina selbst, weitere zehn Hektar in Panzano. Die Lese geschieht von Hand. Je nach Jahrgang produziert das Gut 75’000 bis 90’000 Flaschen – zwei Weissweine, vier Rotweine, dazu Grappa und Olivenöl. Wir haben den «Il Bianco» probiert:

Traubensorten: 60% Procanico, 30% Chardonnay, 10% Malvasia

Auge: helles Goldgelb mit grünen Reflexen

Nase: leichte Vanillenoten mit etwas Honig, weisser Pfirsich und Birnen, Äpfel und weisser Pfeffer, leicht mineralisch mit floralen Anflügen

Gaumen: Trotz seiner Jugend ist der ‘Bianco’ schon sehr ausgewogen. Frisch und mineralisch präsentiert er sich am Gaumen, mit schön eingebundenen Röstaromen. Die Fruchtphase mit Apfel, Birne und Pfirsich findet man auch am Gaumen wieder. Im Abgang trägt der Chardonnay zu einem leicht crèmigen Finale bei, welches in einem mittellangen Abgang mit etwas weissem Pfeffer endet.

Fazit: Ein sehr ausgewogener Wein, der bereits jetzt grosse Trinkfreude bereitet und sich genauso zum Apéro eignet wie als Begleiter zu leichten Vorspeisen oder Fischgerichten.

Kredenzen zu…
….klassischem Apéro und anregenden Gesprächen
….leichten Vorspeisen
….einem genussvollem Schaumbad

Trinkreife: 2018 bis 2022

Preis: 25.90 CHF bei Riegger Weine

Bewertung nach Weingeniesser-Bewertungsskala:

100er Skala: 90 / 100
Preis/Leistungsskala: 16 / 20 (*da kommt Freude auf*)

Decero: The Owl & The Dust Devil 2015

Das Weingut Finca Decero liegt auf 1’050 Metern in Argentinien, am Fuss der Anden. Thomas Schmidheiny, in dessen Familienbesitz sich unter anderem die Weingüter Cuvaison in Napa oder Chapel Hill in Australien befinden, entdeckte das Stück Land bei einer Reise. Und beschloss, hier von Null auf (Decero) ganz neu anzufangen mit dem Weinbau – mit der Aspiration, damit zu den besten Weinproduzenten Argentiniens zu gehören. Gesagt, getan. Von Anfang an wurde viel Wert auf Nachhaltigkeit und eine schonende Verarbeitung der Trauben gelegt. Die Weine von Decero stammen von Trauben der Lage Remolinos. Der Weinberg wurde nach kleinen Wirbelwinden benannt, welche typisch sind für die Region und die Trauben im Sommer kühlen und im Winter gegen Frost schützen. Dieses Naturphänomen steckt auch hinter dem Namen «The Owl & The Dust Devil». Wie Eulen ins Spiel kommen, das erklärt die App zum Wein – mit ihr kann man die Etikette scannen, und die Eule setzt zum Flug an. (Wer die Geschichte ganz ohne Kaufzwang entdecken will, der besuche: http://www.theowlandthedustdevil.com) Die Cuvée ist erst seit 2016 in der Schweiz im Handel erhältlich, wir haben den zweiten Jahrgang 2015 probiert.

Traubensorte: Cabernet Sauvignon (39%), Malbec (32%), Petit Verdot (19%), Tannat (10%)

Auge: dunkelviolett bis fast schwarz, leichter Wasser-Purpurrand

Nase: Aromen nach grüner und roter Peperoni, dunkler Schokolade, ätherische Rosmarin- und Thymiannoten wie bei einer sommerlichen Bergwanderung, leicht alkoholisch mit einem Hauch von Lakritze

Gaumen: mehr Frucht als Kräuternoten, der Alkohol trägt die Aromen in eine crèmige, schöne Länge, wirkt noch nicht ganz ausgewogen

Fazit: Dieser Wein braucht einen Essensbegleiter! Bei uns hat er mit seiner spannenden und eigenen Aromatik definitiv Sympathiepunkte gesammelt. Und mit der App erhält die Flasche als Gastgeschenk eine ganz neue Unterhaltungsdimension. Positv fallen liebevolle Details wie die Gestaltung der Flaschenkappe auf.

Kredenzen zu…
…Wildgerichten
…Kurzbratstücken vom Rind
…klassischem Strogi, Spätzli oder Gulasch

Trinkreife: jetzt bis 2025

Preis: CHF 24.80 bei schmidheiny.com im online Shop oder gleich bei Höcklistein im Laden in Rapperswil-Jona

Bewertung nach Weingeniesser-Bewertungsskala:

100er Skala: 91 / 100
Preis/Leistungsskala: 16.5 / 20 (*da kommt Freude auf*)

Secret Spot Wines: Crooked Vines White 2015

Ein Weingut, das gar keine Weinparzellen besitzt – das spannende Setup der Secret Spot Wines Produzenten haben wir schon kurz in einem Blogpost vorgestellt (hier). Kürzlich hatten wir die Gelegenheit, die Quinta da Faisca in Favaios persönlich zu besuchen. Chefönologe und Berater Rui Walter da Cunha gewährte uns Einblicke in Produktion und Philosophie. Dabei konnten wir auch diesen Weisswein probieren, der unter dem Label «Crooked Vines» verkauft wird. Der Name bezieht sich auf die «schrägen» oder «verwachsenen», über 50-jährigen Rebstöcke, aus deren Traubengut die Cuvée aus diversen autochthonen Sorten produziert wird und die sinnbildlich auf der Etikette zu sehen sind. Die Fermentation erfolgt in französischen Eichenfässern, danach reift der Wein 15 Monate in Holzfässern. Auch bei dieser Cuvée erfolgt die Traubenlese von Hand.

Traubensorten: Gouveio, Rabigato, Viosinho und viele mehr

Farbe: Kräftiges Goldgelb

Nase: Röstaromen mit Kamille, Honig und Ananasnoten, gelbe Steinfrüchte mit mediterranen Kräutern.

Gaumen: Crèmige burgundische Noten von Pfirsich, Röstaromen und Vanille, danach eine frische, anregende Säure. Ein vollmundiger Wein, der sich erst mit der Zeit öffnet und dann exotischere Noten zum Vorschein bringt. Im mittellangen Abgang begleiten herbe Kräuter-Noten Aromen von diversen Stein- und anderen Früchten.

Fazit: Definitiv kein Apérowein und nichts für Anfänger. Burgunderliebhaber werden sich mit dieser Cuvée anfreunden können, sollten aber keine direkte Vergleichsmöglichkeit nach Frankreich erwarten. Beeindruckt waren wir von der geradlinigen, trotzdem feingliedrigen Art dieses Weins, der seine Herkunft trotz burgundischer Anleihen deutlich zeigt. Als Essensbegleiter ist er sicherlich eine gute Wahl. Gespannt sind wir auf das Potenzial in Sachen Langlebigkeit. Dem Wein tut ein Burgunderglas gut, genauso empfehlenswert ist es, die Flasche ein paar Stunden vorher zu öffnen und sie nicht direkt aus dem Kühlschrank, sondern etwas wärmer zu trinken.

Kredenzen zu…
….Käse, speziell Ziegenkäse
….Fisch oder hellem Fleisch
….Pilzgerichten
….Risotto mit Safran oder Meeresfrüchten

Trinkreife:
2018 bis 2022

Preis:
Im Moment bei Gerstl Aktion: Jahrgang 2014 für CHF 29.50 statt 35.00
Bewertung nach Weingeniesser-Bewertungsskala
100er Skala: 90 / 100
Preis/Leistungsskala: 15.5 / 20 *Kann man, muss man aber nicht* (Basis regulärer Preis)